Was Schulen von Ochestern der Barockzeit über gutes Zusammenspiel lernen können
Ich gehe gern ins Konzert. Ich mag klassische Konzerte und ich mag Barockmusik.
Das Orchester spielte klar, abgestimmt und in völliger Harmonie miteinander. Wie damals üblich, stand kein Dirigent am Pult, der sichtbar den Takt vorgab.
Trotzdem war da Orientierung. Präzision. Verbindung.
Die Musiker hörten aufeinander, reagierten und trugen sich gegenseitig.
Diese Art zu spielen beeindruckt mich immer wieder und sie ist auch visuell höchst interessant. Ich habe den vollen Blick auf das Geschehen und kann meinen Blick ungehindert schweifen lassen.
Während ich lauschte, entstand in meinem Kopf eine feine Verbindung zu den Schulen mit denen ich arbeite.
Die Frage ist immer, wie gut das Aufnahmeteam aufeinander eingestimmt und miteinander verbunden ist. Hier sehe ich Unterschiede zwischen den Schulen – ganz besonders deutlich nehme ich das an Schulen wahr, die mehrere Standorte unterhalten.
Hier zwei Beispiele, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, obwohl die Schulen einem Unternehmen angehören:
Wenn eine Familie zu Besuch kommt und die Schulleitung gerade noch im Gespräch ist,
dann entsteht kein Warten. Die Schulsekretärin steht auf, führt durch das Haus, zeigt das Gelände, kommt ins Gespräch und überbrückt damit elegant die Wartezeit. Nicht perfekt inszeniert, aber zugewandt, herzlich, verbindlich und präsent. Die Schulleitung gerät nicht unter Druck, die Familien sind betreut.
Die Sekretärin übernimmt Verantwortung – ganz selbstverständlich und sorgt dafür, dass „der Laden läuft“. An Vielen Schulen ist genau diese Vorgehensweise entstanden, weil die Schulen klein sind und jeder von allem etwas wissen muss.
Am anderen Standorten zeigt sich ein anderes Bild:
Die Zuständigkeiten sind sauber getrennt.
Die Schulsekretärin nimmt Anfragen am Telefon an und leitet sie weiter.
Die Schulleitung ruft bei den Eltern zurück und vereinbart einen Gesprächstermin. Soweit der Plan.
Und genau hier entsteht eine Lücke
Eltern warten auf Rückmeldungen, weil die Schulleitung noch keine Zeit hatte.
Tage vergehen. Immer wieder geschieht es, dass Eltern anrufen und sich beschweren, dass noch niemand zurückgerufen hat.
Die Sekretärin darf nur vertrösten. Diese unnötigen Spannungen entstehen nicht nur, weil jemand seine Aufgabe nicht erfüllt, sondern vor allem, weil das Zusammenspiel und ein „zentrales Gedächtnis“, ein System fehlt und deshalb jeder nur seinen eigenen Bereich im Blick hat und nicht das Ganze.
Wenn man noch einmal auf das Orchester schaut, wird etwas deutlich:
Ein Ensemble funktioniert nicht nur deshalb gut, weil alle ihr Instrument beherrschen.
Ein Konzert wird dann zum Genuss, wenn das Zusammenspiel zu einem Klang wird.
Das Orchester als Klangkörper hat sich geeinigt, wie es ein Stück interpretiert und in welchem Tempo gespielt wird. Ein einziger Egotrip macht aus genialer Musik Lärm.
Es braucht also nicht unbedingt einen Dirigenten, der von oben herab führt, es reicht, wenn die erste Geige aus der Mitte heraus der Referenzpunkt ist und alle im Orchester das Große und Ganze kennen – aufeinander schauen und miteinander den Takt halten.
Genau diese Vorbereitung fehlt in der Schülergewinnung oft.
Zum Beispiel dann, wenn eine Schulsekretärin später mit Familien im Kontakt ist,
aber gar nicht weiß
- Was im Aufnahmegespräch besprochen wurde
- Welche Fragen offen geblieben sind.
- Welche Aspekte besonders wichtig waren.
Wie soll daraus im Nachfasskontakt ein tragfähiges Gespräch entstehen?
Es bleibt zwangsläufig oberflächlich.
- Ohne Anknüpfungspunkte
- Ohne Wirkung.
- Ohne Einfühlen.
Was ich dabei immer wieder sehe:
Die Rolle der Schulsekretärin wird gerne unterschätzt. Dabei sind das Menschen, die in ihrem Alltag Verantwortung tragen: Sie schließen Verträge ab, bauen Häuser, erziehen ihre Kinder. Sie treffen jeden Tag Entscheidungen und gestalten ihre Beziehungen.
Warum sollten sie ausgerechnet im schulischen Kontext nur „Anrufe weiterleiten“ können?
Dort, wo Schulen ihnen Vertrauen geben, wo Prozesse transparent sind, wo klar ist, wie der gemeinsame Weg aussieht, verändert sich etwas:
- Die Gespräche werden verbindlicher
- Die Kontakte sind von Vertrauen geprägt
- Und Interessenten fühlen sich gesehen
Die Schulsekretärin ist gerade für Eltern und Schüler immer der erste Kontakt.
Vielleicht liegt die entscheidende Frage also nicht darin,
wer die Schülergewinnung steuert, sondern darin,
ob es eine gemeinsame Partitur gibt
und ob alle sie kennen und eingeübt haben.
Gerade in den Hochzeiten der Schulanmeldungen zeigt sich das besonders deutlich.
Viele Schulen haben ausreichend Anfragen und trotzdem entstehen daraus zu wenige feste Anmeldungen.
Nicht, weil das Interesse fehlt oder der Markt sich verändert hat, sondern weil das Zusammenspiel im Prozess nicht trägt. Die Interessenten werden nicht klar und für alle nachvollziehbar zu einer Entscheidung geführt.
Schülergewinnung endet nicht bei der Anfrage. Hier endet nur das Marketing.
Sie beginnt dort erst und sie gelingt dann, wenn aus einzelnen Kontakten ein stimmiger, gemeinsamer Weg entsteht.
Wenn Sie den Eindruck haben,
dass Sie als Team viel leisten – aber noch nicht optimal zusammenspielen,
dann lohnt sich jetzt ein genauer Blick.
Denn genau hier entscheidet sich, ob aus Anfragen tatsächlich Anmeldungen werden.
Lassen Sie uns in einem ersten persönlichen Gespräch genauer hinschauen
Wie gut greift Ihr System ineinander?
Wo entstehen Brüche?
Und was braucht es, damit Ihr „Orchester“ wirklich zusammen spielt?
Wenn Sie das für Ihre Schule klären möchten,
vereinbaren Sie gern einen Termin.

